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Herten sagt    n e i n   zur Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für freilaufende Katzen

Seit Jahren bemüht sich unser Verein, das Elend der vielen streunenden Katzen in Herten zu mildern. Die Tiere werden zum Tierarzt gebracht, der ihre Krankheiten und Verletzungen behandelt, sie kastriert, chipt, impft und bei Bedarf auch nachbehandelt. Die vielen Katzenbabys sind oft noch zähmbar und haben die Chance nach einer Intensivpflege in ein neues Zuhause vermittelt zu werden. Häufig werden wir von Menschen angesprochen, die ihre Tierarztkosten nicht bezahlen können. Vermutlich werden wir oft auch gar nicht angesprochen, sondern die Tiere werden einfach ausgesetzt weil sie krank oder trächtig sind oder weil die Eigentümer in eine neue Wohnung umziehen, wo Haustiere unerwünscht sind. Viele Katzen sind noch zahm wenn  wir sie einfangen und an Menschen gewöhnt.

 

In freier Wildbahn vermehren sich die Katzen unkontrolliert und sind oft schon seit Generationen als Streuner unterwegs. Die Gefahr, dass sie sich mit freilaufenden Hauskatzen paaren und Krankheiten übertragen, ist groß. Aus diesem Grunde haben zahlreiche Kommunen in NRW die Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für freilaufenden Hauskatzen eingeführt, darunter Recklinghausen, Oer-Erkenschwick, Marl und Datteln. Die Eintragung ins Haustierregister erfolgt übers Internet und ist kostenlos. Wenn der Liebling ausbüxt und nicht zurückfindet, kann er über die Nummer des Mikrochips schnell identifiziert und wieder nach Hause zurückgebracht werden. Eine sinnvolle Einrichtung sollte man meinen - aber Herten hat nein gesagt.

Ablehnung der Stadt Herten
BM Herten 170201.pdf
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Übergabe der Unterschriftenlisten der Befürworter dieses Antrages an Bürgermeister Toplak


Für die Ablehnung werden rechtliche Gründe angeführt:

 

1. Es muss eine gesicherte Prognose vorliegen, dass die fehlende Kastration der Freigänger-    Katzen das Katzenleid in Herten maßgeblich verursacht.

 

Nach Prüfung durch die Stadt Herten stellen streunende Katze derzeit kein gravierendes Problem dar. Wann ist ein Problem gravierend? Die Katzen verstecken sich tagsüber. Man sieht sie nur selten. Wenn es aber so viele werden, dass man sie nicht mehr übersehen kann, dann ist das Problem so gravierend, dass die Einführung der Katzenschutzverordnung viel zu spät kommt. Als Tierschützer waren wir dagegen, dass die Katzen einfach abgeschossen werden. Nach Änderung des Jagdgesetzes ist das auch nicht mehr erlaubt. Die Katzenpopulation wird stark ansteigen. Das Problem wird man irgendwann nicht mehr verdrängen können.

 

2. Es muss eine abstrakte Gefahr für die

    Schutzgüter der öffentlichen Sicherheit

    und Ordnung vorliegen.

 

Die Gesundheit von Mensch und Tier liegt im öffentlichen Interesse. Hier ist natürlich nur von Haustieren die Rede. Von den Streunern spricht gar keiner. Sie haben keinen Sachwert und interessieren niemanden. Sie sind es aber, die Krankheiten auf Haustiere übertragen können. Steigende Population - steigende Gefahr für die Schutzgüter der öffentlichen Sicherheit.


3. Streunerkatzen werden mit der Verordnung nicht erreicht, weil sich die Kastrationspflicht

    lediglich an Katzenhalter richtet.

 

Das stimmt. Man kann nur dem Eigentümer von Haustieren etwas verordnen. Eine kastrierte Katze paart sich nicht mehr. Indirekt wirkt sich die Verordnung damit auch auf die Streuner aus, weil sie die Übertragung von Krankheiten verhindern kann. Natürlich ist das ein Eingriff in die Freiheit des Katzenhalters und seiner Katze. Aber welche Freiheit wird denn da eingeschränkt? Wer möchte mit einem unkastrierten Kater in einer Wohnung leben? Wer behält schon die vielen Katzenbabys, die so nach und nach auf die Welt kommen?

 

Das Landesumweltamt fördert jedes Jahr die Kastration von streunenden Katzen, allerdings nur mit etwa einem Drittel der tatsächlichen Kastrationskosten. Wir nehmen diese Mittel in Anspruch, müssen aber zwei Drittel der Kosten durch Spenden und Mitgliedsbeiträge hereinholen. Es geht aber nicht nur um die Kastration. Alle Tiere sind krank und brauchen zusätzliche ärztliche Hilfe. Der Mikrochip wird ebenfalls nicht gefördert. Hier hat der Gesetzgeber noch erheblichen Nachholbedarf.

 

Ein Appell an die Katzenhalter auf der Homepage der Stadt Herten und durch Flyer ist zu begrüßen, bleibt aber rechtlich unverbindlich, eben ein Appell. Gerade die Leute, die es angeht, lesen das vielleicht gar nicht. Hier muss mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden.

 

Als Tierschützer sehen wir nicht nur die Kosten, die uns natürlich gewaltig drücken, sondern vor allem das Leid der Tiere. Sie haben Hunger und leiden Schmerzen. Wenn sie ausgesetzt werden, sind sie sich selbst überlassen mit allen schlimmen Folgen. Diese Gleichgültigkeit ist für uns unerträglich.

 

10. Februar 2017

Hertener Allgemeine 170202.pdf
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Hertener Allgemeine 170208.pdf
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NRW-Umweltministerium erlaubt Kerbe im Ohr nach der Kastration

Eigentlich ist es schon lange europäischer Standard, streunenden und verwilderten Katzen nach der Kastration eine Ohrspitze abzuschneiden, damit sie auf den ersten Blick als bereits kastriert erkennbar sind.

Die jahrelange Unsicherheit hat nun endlich ein Ende. Mit Erlass vom 17. August 2015 erlaubt das Umweltministerium NRW den Tierärzten diese Maßnahme. Die Meinungen hierzu waren durchaus geteilt.

Kastration gebracht werden.

Leider haben wir in der Vergangenheit auch Katzen eingefangen, die bereits kastriert, aber nicht durch den Schnitt am Ohr gekennzeichnet waren. Das bedeutet unnötigen Stress für die Tiere und belastet auch unser Konto. Das heißt, auch in Recklinghausen und Umgebung gab es unterschiedliche Meinungen.

Unser Verein praktiziert diese Methode unter Abstimmung mit den behandelnden Tierärzten seit Jahren. Die Ohrspitze wird während der Narkose zur Kastration abgeschnitten und löst bei den Tieren keinen Stress aus. Später, wenn die Katzen wieder freigelassen werden, sind sie auf den ersten Blick als kastriert erkennbar. Wenn dann eine neue Katze zur Futterstelle kommt, fällt sie sofort auf und kann zur



Wir hoffen, dass das nun ein Ende hat!

Clochards

Als man unseren Verein im Februar bat, die Streuner auf einem Bauernhof in Stuckenbusch kastrieren zu lassen, freuten wir uns sehr über das Angebot, den Katzen danach weiterhin Obdach zu gewähren und sie täglich zu füttern. Bis heute ging das gut. Nach und nach haben wir viele Katzen kastrieren lassen.

Das ist nun vorbei. Die Tiere sollen vom Hof verschwinden!

Wie soll man Katzen klar machen, dass sie nicht mehr dorthin dürfen wo sie monatelang versorgt wurden? Sie werden das nicht verstehen und einfach wiederkommen. Und dann?
Die Antwort überlassen wir der Fantasie unserer Leser.

Wir suchen nach einer Lösung, um die Katzen vor der Verelendung zu bewahren. Das Gelände in der Umgebung ist in privater Hand und eignet sich nicht für eine Futterstelle.
Streuner haben keine Lobby. Sie sind die Clochards unter den Katzen. Ihr Sachwert entspricht dem der Zeitung von gestern. Der nächste Winter kommt bestimmt. Aber wen interessiert das schon?


Juli 2015

WDR filmt Fangaktion am 19.02.15

Der Kater konnte ja nicht ahnen, dass seine Abendmahlzeit heute in einer Falle serviert wird, die hinter ihm zuklappt sobald er sich dem Leckerbissen nähert. Er konnte auch nicht ahnen, dass er bald in ganz NRW und vielleicht darüber hinaus berühmt sein würde, weil ein Fernsehteam des WDR ihn dabei filmte.



Die Fallen

werden

aufgestellt



Der Kater ist in die
Falle gegangen


Am 19. Februar 2015 begleitete ein Fernsehteam des WDR eine Fangaktion unseres Vereins. Mehrere streunende Katzen haben sich einen Bauernhof in Recklinghausen als neue Heimat ausgesucht. Seit Tagen läuft die Fangaktion. Die Tiere sollen kastriert und gekennzeichnet werden. Sie können dann auf dem Bauernhof weiterleben und werden dort versorgt. Nur mit der unkontrollierten Vermehrung ist es dann vorbei.



Die Falle mit

dem Kater

wird

abtransportiert

         Die Falle wird im Auto verladen und ab geht's zum Tierarzt.


Hier zum Video

WDR-Lokalzeit vom 25. Februar 2015

Katzenfangaktion in Recklinghausen

Dank an die Mitarbeiter der LWL-Klinik in Herten

Eigentlich war es ein Routinejob für uns. Ein Kater musste eingefangen werden, der täglich auf dem Gelände der LWL-Klinik in Herten umherstreunte. Gesagt - getan! Der Kater kam nach der Kastration in eine neue Unterkunft und die Hertener waren ihre Sorge los.

Aber damit war die Sache für die Mitarbeiter der LWL-Klinik noch nicht erledigt. Sie sammelten innerhalb weniger Tage über 500 Euro für  


unseren Verein. Damit haben wir wirklich nicht gerechnet. Wir danken den Menschen, die sich nicht nur für die Pflege ihrer ganz speziellen Patienten einsetzen, sondern auch für den Tierschutz!

Unserem kleinen Freund geht es heute gut nach einigen Monaten in der Auffangstation. Sein Katzenschnupfen ist weg und auch von einer Augenentzündung hat er sich erholt. Er akzeptiert inzwischen die anderen Katzen, was ihm anfangs schwer fiel. Er kann durch die Katzenklappe jederzeit in einen großen, naturbelassenen Garten gehen und nach Belieben die Sonnenstrahlen genießen.

Juni 2015

Mikesch


Man könnte ihn spontan in den Arm nehmen und knuddeln. Geht aber nicht - er ist wild und lebt draußen. Den Anfang Februar eingefangenen und inzwischen kastrierten Kater haben wir Mikesch genannt. Namen sind eindeutiger für die Registrierung bei TASSO. Die Kamera mochte er gar nicht und hat gefaucht. Er konnte ja auch nicht wissen, dass sie harmlos ist.

Inzwischen lebt er wieder in seinem gewohnten Umfeld und wird auf einem Bauernhof in Recklinghausen gefüttert.

Danke Familie Pitteroff-Uebelhack

Die Familie Pitteroff-Uebelhack aus dem fernen Rödental in Oberfranken wollen wir neben vielen treuen Unterstützern unseres Vereins einmal besonders erwähnen. Sie ist über unsere Homepage auf uns aufmerksam geworden. Eine selbst gestaltete Spendendose steht bei Frau Pitteroff-Uebelhack auf dem Schreibtisch im Büro. Sie ist inzwischen Mitglied in unserem Verein.
Herr Uebelhack trainiert für einen Marathon- lauf und berechnet jeden Trainingskilometer mit 10 Cent als Spende für uns. Für die Jahre 2013 und 2014 sind schon über 2000 Trainingskilometer zusammen gekommen. Diesen Betrag erhält unser Verein als Spende.
Danke für die Unterstützung und für die interessanten Ideen.


Fau Pitteroff-Uebelhack betreibt eine Igel-Auffangstation und hat schon deshalb ein Herz für Tiere in Not. Sie hat viel Erfahrung mit homöopathischen Behandlungsmethoden und gibt diese an uns weiter.